»Ratsch am Kappes – Rheinische Redewendungen«. Die Dialekte der Zülpicher Börde II

Wussten Sie, dass »immer« und »böse« in der Zülpicher Borde »lutter« und »kott« heißen? Oder warum man im Dialekt eine Flasche Weng usdrönkt? Rollen Sie eigentlich das »R« an der Zungenspitze?

»Uns Sproch es Heimat«! –

In ihrem 1. Vortrag im Mai 2024 hat Verena Krautwald (LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte in Bonn) spannend und unterhaltsam erklärt, wie diese sprachliche Heimat früher aussah. Dank einer großangelegten Dialektumfrage aus dem 19. Jahrhundert (Johann Wenker 1877-1887) wissen wir mehr über die Eigenheiten der rheinischen Dialekte allgemein und insbesondere die der Zülpicher Börde. Der »rheinische Fächer« bezeichnet die Dialektgebiete in unserer Region. Und auch das Ripurarische – wie viele Dialekte und Mundarten – ist ein sich dynamisch änderndes Sprachkontinuum.
Der 2. Vortrag von Verena Krautwald, der am 1. Oktober stattfindet, nimmt den Regiolekt in den Blick, also eher das Rheinische an sich. Wie der Rheinländer heute spricht (und das betrifft sowohl Aussprache, Lexik, aber auch Syntax), geht zu einem großen Teil auf Dialekte zurück, zum Teil aber nicht konsequent oder anders als in den Dialekten (Bsp: Aussprache j/g am Wortanfang, Bsp -rt- im Wort: Garten = Gaachten als misslungener Versuch, das r zu rollen). Das lässt sich besonderes gut und anschaulich an Redewendungen analysieren, die man nur im Rheinland kennt. Aber welche regionalen Redewendungen werden von wem wann und warum verwendet? Hier wird es spannend. Denn der Gebrauch von Redewendungen hängt von verschiedenen Faktoren ab, wobei Alter und Herkunft nur zwei Variablen sind. Viele dieser Redewendungen sind auch ziemlich lustig – das Publikum wird sich hoffentlich zum Schänzchen lachen. Oder: »Schottelplack, flottikowski oder op Jück sein« – Wörter und Redewendungen wie diese prägen die Dialekte und die Alltagssprache an Rhein und Ruhr. Doch schlägt man sie im Duden nach, wird man in der Regel nicht fündig, denn all die Besonderheiten und Kuriositäten abseits der Hochsprache sind hier nicht verzeichnet. Diese Lücke füllt das neue Sprachportal ›Dat Portal‹, (https://dat-portal.lvr.de/start), das vom Sprachteam des LVR-Instituts für Landeskunde und Regionalgeschichte seit Februar 2022 betrieben wird.

APROPOS: Der LVR und der LWL erheben zur Zeit die Alltagssprache in ganz NRW mittels der App PALAVA. Gewährspersonen aus allen Gemeinden sind mit dabei – mit einer Ausnahme: Vettweiß. Diese Lücke würden das LVR natürlich gerne schließen. Hier also der Aufruf: vielleicht kennt ja jemand jemanden, der jemanden kennt und so weiter. Wenn Sie Sprachbegeisterte kennen und motivieren können, PALAVA zu nutzen und damit einen Beitrag zur Forschung zu leisten, freuen wir uns auf Ihren Hinweis (bitte an m.thien@velbrueck.de), und hier der link zur Internetseite: https://www.mundart-kommission.lwl.org/de/forschung/regiolekte/palava/

Verena Krautwald ist wissenschaftliche Referentin im Sprachteam des LVR-Instituts für Landeskunde und Regionalgeschichte. Sie ist auf Sprachgeschichte und Sprachwandel sowie Namenkunde spezialisiert. Studiert hat sie Linguistik und Skandinavistik in Köln und Aarhus (Dänemark).

Wann? Dienstag, 1. Oktober 2024 19:30h
Wo? Kulturhof Velbrück e.V., Meckenheimer Str. 47, 53919 Weilerswist-Metternich

EINTRITT FREI. Anmeldung bitte bei m.thien@velbrueck.de


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Details der Veranstaltung
  • Days
    Hours
    Min
    Sec
  • Beginn
    01/10/2024 19:30
  • Ende
    02/10/2024 21:00
  • Status
    bevorstehend
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  • Beginn
    01/10/2024 19:30
  • Ende
    02/10/2024 21:00
  • Status
    bevorstehend